wolfgang folmer

jo über...

Wolfgang Folmer ist, wie auch Thomas Weber und ich, Mitglied einer Ateliergemeinschaft in Ludwigsburg. Wolfgang Folmer vereint einige Eigenschaften und Fähigkeiten, die zumindest ich auf Anhieb nicht so ohne weiteres zusammenbringe. Er hat eine auf verschiedenen Ebenen ziemlich angeschlagene Gesundheit und neigt zu Allergien jedweder Art und gegen fast alles. Außer gegen Kunst, möchte man sagen. Er ist handwerklich ausgesprochen begabt, sowohl im Umgang mit Werkzeug allgemein, als auch mit grafischen Materialien. Die gesundheitlichen Einschränkungen verbieten den Einsatz von fast allen Farben, also Ölfarben zum Beispiel und andere Farben, deren Bindemittel, oder Lösungsmittel spürbar sind. Das führt Wolfgang Folmer zum Einsatz von Zeichenmaterialien, wie Blei- und Bundstiften und bei Farben zu Pastellkreiden. Zudem werden Drucktechniken angewendet, wie Holzschnitte und Radierungen.

Das besondere ist nun der geradezu anarchistische Ansatzpunkt seiner Pastellarbeiten. Pastellkreiden können ja nun wirklich zu schrecklichen Ergüssen führen. Wolfgang Folmer setzt da zunächst noch einen drauf, indem er die süßlichsten Farben zu Papier bringt. Doch das, was sich dann auf der Bildfläche tummelt, ist eine Mischung aus seltsamen Tieren und Mutantengeschöpfen und sonstiger Wesen, denen man eigentlich nicht unbedingt begegnen will. Wie sie aber in den Bildern von Wolfgang Folmer in virtuoser Weise zusammenfinden, erscheint als ein ironisches bis boshaftes Panoptikum unserer Zeit.

In der Kunst entwickelt Wolfgang Folmer eine erstaunliche Vitalität und ist dabei augenzwinkernder Chronist des gesellschaftlichen Lebens und auch der deutschen Geschichte, wie man auch an seinen großartigen Radierungen unschwer erkennen kann.

Johannes Rave im April 2002

vita

1985-86 Fachoberschule für Design

1986-87 Studium an der Freien Kunstschule Stuttgart

1987-93 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Dieter Groß und Rudolf Schoofs

seit 1990 Mitglied ITCCA Tai Chi Chuan Schule Ping Liong Tjoa

1993-95 Aufbaustudium bei Prof. Rudolf Schoofs

seit 1994 freier Künstler, Atelier in Ludwigsburg

seit 1999 Lehrauftrag an der Haller Akademie der Künste

Ausstellungen & Projekte

1994 Zeichnungen und Druckgrafik in öffentlichem Besitz Museum Schloß Moyland Sammlung van der Grinten NRW

1996 Klasse Rudolf Schoofs Galerie Timm Gierig Frankfurt Leinwandhaus (A)

1997 Tor in der Eberhard-Ludwig-Kaserne Ludwigsburg (G)

1998 Mit jedem Strich dem Ziel näher Galerie für Gegenwartskunst Ludwigsburg (E) SCHWARZWEISS V Galerie Marianne Grob Berlin (G)

1999 Kunstverein Ludwigsburg Kunst aus der Region Kunstzentrum Karlskaserne Gesellschaft für Kunst Hohenlohe e.V. Künstlerbund Weite Horizonte Solpark Schwäbisch Hall Junge Kunst für junge Sammler Galerie Insel Stuttgart (G)

2000 Einzelausstellung bei Marielene Lechler Esslingen Zeichen setzen Galerie Insel Stuttgart (G)> Zweites Marbacher Bildhauersymposium Natur Wasser Kunst Marbach SCHWARZWEISS VI Galerie Marianne Grob Berlin (G) Strichweise in der Galerie des Künstlertreffs Reihe 22 Stuttgart (E)

2001 Gemeinschaftsausstellung im Schloss von Gaildorf / Hohenlohe Wolfgang Folmer / Rolf Nikel vor Ort Kunstverein Schwäbisch Hall

2002 ars solvendi Kunstforum Weil der Stadt Wendelinskapelle Wolfgang Folmer Zeichnungen Kunstraum John Weil der Stadt-Münklingen

Wolfgang Folmer Pastell Volksbank Weil der Stadt

(A) = Ausstellung, (E) = Einzelausstellung, (G) = Gemeinschaftsausstellung