rudolf schoofs
jo über...
Rudolf Schoofs ist eigentlich ein Zeichner, der als solcher bekannt wurde, der auch immer intensiv weiter zeichnete, und der doch seine Liebe in der Malerei fand. Mir scheint es, als sei ihm das zeichnerische Vermögen in die Wiege gelegt worden - während er sich die Entdeckung der Malerei zur Aufgabe machte. Die Zeichnung war immer seins, die Malerei wurde es.
Kunsthistorisch betrachtet liegen die Wurzeln von Rudolf Schoofs im Informel der ausgehenden Fünfziger Jahre. Der gegenstandslose Ansatz prägte die Malerei, die Anfang der Achtziger Jahre einen ersten Höhe-punkt fand. Riesige Ölbilder beschrieben Naturstücke und Stadtland-schaften. Zeitweise war es, als stürzten sich Farbkaskaden wellenartig über eine abstrakte Landschaft. Dann, in einer weiteren Phase, ordneten sich die Formen zu erahnbaren urbanen Mustern, Straßenschluchten und Hausfassaden - die Architek-tur zog in Schoofs Bildwelt ein. Und da blieb sie ein gutes Jahrzehnt. Ohne den Stil nachhaltig zu variieren, verließ Schoofs die Städte und begab sich aufs Land. Die riesigen Formate wurden durch eher mode-rate Bildgrößen ersetzt. Für mich schien das auf logische Weise Hand in Hand mit der Veränderung von Rudolfs Schoofs Lebensart zu gehen. War er Anfang der Achtziger Jahre überschäumend vor Lebenslust, ge-wissermaßen der Lebensmut so groß wie die gewaltigen Bildformate, so zog er sich in den Neunziger Jahren zunehmend zurück, wurde ruhiger, vielleicht auch sesshafter. Ich will nicht sagen, dass er auch reflek-tierender wurde. Das war er immer. Er wurde einfach etwas leiser. Und so fanden sich eher Bergstücke, Landschaftsformen, Wasserfälle als New Yorker oder Pariser Hausfassaden in seinen Bildern. Vor Jahren hat er, ein durchaus kirchenkritischer Mensch, vielleicht auch ein unreligiöser, zu mir gesagt, als ich ihn nach seinem eigent-lichen Thema als Maler befragte: "im Grunde beschreibe ich die Schöpfung." Die Besonderheit liegt in seiner autonomen Bildsprache: beim Malen und Zeichnen erfindet er, er bildet nicht ab. Beispielsweise eine Land-schaft wird nicht abgemalt oder -gezeichnet, sondern neu erfunden. Das, was sie in der Natur gekennzeichnet hat, ist nur Ansatz einer Neu-schöpfung, die sich in einem intensiven malerischen Prozess vollzieht. Rudolf Schoofs war mein Professor an der Akademie in Stuttgart. Ich möchte aber auch nicht verschweigen, dass Rudolf Schoofs seit vielen Jahren einer meiner besten und innigsten Freunde ist. Nicht weniger befruchtend als die Gespräche über Kunst waren die Gespräche mit ihm über sonstige Themen des Lebens: Auch hier lernte ich in ihm einen wachen, humorvollen, Betrachter des Zeitgeschehens kennen, der gerade wegen seiner warmherzigen, menschlichen Art, gelegentlich einen beißenden Spott entwickeln kann. Und mit besonderer Freude sehe ich, mit welcher Schaffenskraft er bis zum heutigen Tage arbeitet. Gesundheitliche Probleme, die bei ihm immer wieder kommen, scheinen eher den Schaffenswillen noch zu verstärken. Die neusten Arbeiten, die Oliver und ich in den letzten Wochen bei ihm in Atelier sahen, unterstreichen diese Einschätzung.
Persönliche Daten
1932 Geboren in Goch/Niederrhein
1952-54 Studium bei Georg Muche in Krefeld, dessen Assistent von 1954 bis 58
1958 Unterricht an der Staatlichen Werkkunstschule in Kassel
1961 an der Werkkunstschule Wuppertal Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie
1969 Grafikpreis für die Gravure Nr. 53 auf der VII. Mostra Internazionale di Bianco e Nero in Lugano und Eduard von der Heydt-Preis der Stadt Wuppertal
1974 Grafikpreis der World Print Competition des College of Arts and Crafts in Zusammenarbeit mit San Francisco Museum of Art
1975 Professur an der Kunstakademie Karlsruhe
1976 Professur an der Kunstakademie Stuttgart
1991 Ferdinand-Langenberg-Kulturpreis d. Stadt Goch
Rudolf Schoofs lebt und arbeitet in Stuttgart.
Einzelausstellungen. Auswahl
1953 Kranenburg, im Hause van der Grinten
1959 Krefeld, Kaiser-Wilhelm-Museum
1960 New York, Gallery Georg Wittenborn
1961 Ulm, Ulmer Museum
1962 Palm Springs, California, USA, Desert Museum Dortmund, Museum am Ostwall
1963 New York, Gallery Georg Wittenborn San Francisco, Eric Locke Gallery
1964 München, Staatliche Graphische Sammlung
1965 Wien, Staatliche Graphische Sammlung Albertina Bremen, Kunsthalle
1966 Ulm, Ulmer Museum Dortmund, Museum am Ostwall Baden-Baden, Galerie Hauswedell
1967 München, Galerie van de Loo Wuppertal, Van-der-Heydt-Museum
1968 Bochum, Städtische Kunstgalerie
1970 Berlin, Nationalgalerie
1971 Krefeld, Kaiser-Wilhelm-Museum
1975 Aachen, Neue Sammlung Ludwig Bonn, Bonner Kunstverein und Städtisches Museum
1976 Leverkusen, Städtisches Museum Schloß Morsbroich
1977 Stuttgart, Galerie Haas Mannheim, Kunstverein
1978 München, Galerie Orny Bremen, Kunsthalle Bremen Wuppertal, Galerie Marion Grcic-Ziersch
1979 Tübingen, Kunsthalle Schloß Rimsingen, Galerie Kröner
1980 Wiesbaden, Galerie Stolanova
1982 Freiburg, Art Club, Rene Acht
1984 Aachen, Neue Galerie-Samml. Ludwig Wuppertal, Kunst- und Museumsverein im Van der Heydt-Museum Ulm, Ulmer Museum Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum Reutlingen, Spendhaus
1986 Stuttgart, Württembergischer Kunstverein Bonn, Friedrich-Ebert-Stiftung
1987 Singen, Kunstverein
1988 Kleve, Museum Haus Koekkoek
1990 Wiesbaden, Galerie Kröner
1991 Goch, Museum f. Kunst u. Kulturgeschichte
1992 Esslingen, Galerie der Stadt Esslingen, Villa Merkel Wuppertal, Kunst- und Museumsverein - Kunsthalle Barmen Kranenburg, Niederrh., Museum Katharinenhof
1994 Stuttgart, Hospitalhof Eislingen, Kunstverein Köln, Galerie Renate Schröder
1995 München, Staatliche Graphische Sammlung in der Neuen Pinakothek
1996 Singen, Städtisches Kunstmuseum Leverkusen, Städtisches Museum Schloß Morsbroich Seoul, Korea, Walker Hill Art Center Köln, Galerie Renate Schröder Frankfurt, Galerie Timm Gierig Wuppertal, Galerie Epikur Albstadt, Städtische Galerie
1998 Alpirsbacher Galerie, Alpirsbach Art Cologne, Timm Gierig, Frankfurt
1999 Städt. Museum-Kameralamt, Waiblingen Stadthalle, Germering
2000 Städtische Galerie Lippstadt Galerie der Kreissparkasse, Schweinfurt Galerie der Kreissparkasse, Pfaffenhofen
2001 Galerie der Kreissparkasse, Kleve Museum Schloß Moyland, Bedburg-Hau Galerie Epikur, Wuppertal
Gruppenausstellung. Auswahl
1977 Kassel, documenta
1978 Freiburg, Künstlerbund Baden-Württemberg Recklinghausen, Kunsthalle, "Partei ergreifen"
1979 Deutscher Künstlerbund
1980 Schloß Rimsingen, Galerie Kröner, "Deutsche Malerei der Gegenwart"
1981 Baden-Baden, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
1982 Düsseldorf, Deutscher KünstlerbundSao Paulo, Biennale Stuttgart, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, "Die Handzeichnungen der Gegenwart II"
1985 Taipei, Fine Arts Museum Bielefeld, Kunsthalle Bielefeld, "Die Landschaft" Baden-Baden, Staatl. Kunsthalle Baden-Baden
1990 Berlin, Deutscher Künstlerbund
1994 Mannheim, Deutscher Künstlerbund
1995 Regensburg, Städtische Museen (Leerer Beutel), "Standpunkt Stadt - Urbane Thematik in der zeitgenössischen Kunst"
1998 Timm Gierig, Frankfurt, "Zeichnungen"
1999Art Frankfurt, Galerie Epikur, Wuppertal










