thomas weber
Thomas Weber wurde 1958 in Ettlingen/Baden geboren. Er macht eine Ausbildung zum Kaufmann, dann bewirbt er sich an der Kunstakademie
Stuttgart und studiert bei den Professoren Dieter Groß und Rudolf
Schoofs. Schon die Arbeiten dieser Zeit verweisen auf den spröden
Ansatz, den Wunsch nach einer Kunst jenseits geschönter Kunstfertigkeit,
bzw. nach einer Ästhetik, die vielleicht gerade im Ungeschönten,
Unmittelbaren liegt. Man könnte das gesamte künstlerische Werk
von Thomas Weber unter eine Überschrift stellen: die Suche nach
der Einfachheit.
Diese Suche hat Thomas Weber konsequent bis in die heutige Zeit
fortgesetzt, und dabei zahlreichen Arbeitszyklen geschaffen, zu
gleichen Teil mit bildnerischen, wie skulpturalen Techniken. In
der Malerei und Zeichnung sind die Arbeiten oft farbenfroh; die
Objekte hingegen meist monochrom oder ohne Farbgestaltung. Die Arbeiten
sind ebenso oft nachdenklich und hintersinnig, wie humorvoll. Mark
Gundel schreibt in dem schönen 1999 anlässlich der Ausstellung von
Thomas Weber in der Städtischen Galerie Wendlingen erschienen Buch:
"Mit seinem prozeßhaft, primär auf das eigene Leben bezogenen
Werk gibt Thomas Weber jener Energie eine im Wortsinn mitreißende
(Kunst-)Form, die als treibende Kraft zwischen den Menschen fungiert
und ihre Kulturen prägt."
Er verweist dabei auf diesen wichtigen Aspekt im Werk von Thomas
Weber, nämlich dass hinter der rohen Form der Kunst ein ausgesprochen
kommunikativer Ansatz steckt. Thomas Weber beschreibt ausschließlich
die eigene Welt - die auch die unsrige ist.
vita
Persönliche Daten
1958 geboren in Ettlingen-Spessart, Baden
1975-1978 Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann
1982-1987 Studium an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste bei Dieter Groß und Rudolf Schoofs
1989 Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart, Debütantenausstellung mit Katalog
1992-1993 erstes Stipendium des "European Ceramic Work Center" in Herzogenbosch, Niederlande
1994-1995 zweites Stipendium des "European Ceramic Work Center" in Herzogenbosch, Niederlande
1997-1998 viermonatiges Stipendium im Center for Contemporary Arts, BEMIS, Omaha, Nebraska, USA
1998-1999 Stipendium des Landes Baden-Württemberg an der Cité Internationale des Arts, Paris, Frankreich
1999 1. Preis für Plastik, Keramik in Offenburg 99, Gefäße und Plastik
Thomas Weber lebt und arbeitet heute in Ludwigsburg.
jo über...
Thomas Weber ist, wie auch Wolfgang Folmer und ich, Mitglied einer Ateliergemeinschaft in Ludwigsburg. Thomas Weber ist vor vielleicht acht Jahren dazu gestoßen. Ich war von Anfang an von seiner künst-lerischen Arbeit fasziniert, obwohl mir der Zugang anfangs nicht leicht fiel. Thomas Webers Arbeiten sind ausgesprochen spröde, sperrig und unbequem. Alles, das den Zugang leicht machen könnte, hat Thomas Weber vermieden. Mir selbst ist es so gegangen, dass ich, nachdem ich die Wider-borstigkeit der ersten Arbeit, die ich von ihm hatte, überwunden hatte, plötzlich etwas verstanden hatte. Da war genau dieser Moment des Unbequemen zu dem geworden, das mich in den Bann schlug. So ist es bis heute geblieben - und ich freue mich fast täglich an den Arbeiten, die ich selbst erworben habe. Ebenso wie seine großen Arbeiten aus Ton, Keramik und Terracotta faszinieren, so begeistern auch seine zahlreichen Papierarbeiten aus Acryl. Diese kleinen Acryl-Bilder zeigen oft architektonisch anmutende Bildgegenstände, manchmal für sich alleine stehend, manchmal als Ausschnitt eines zu vermutenden Größeren. Typische Formen sind Torbögen, vielleicht Fenster und immer wieder Brücken. Sie sind stark vereinfacht, fast roh, und sie sind fast immer von einer reinen, kaum vermischten Farbigkeit. Dadurch haben sie einen heiteren Charme. Und sie scheinen - trotz der abstraktarchitektonischen Elemente - primär dem Menschen zugewandt zu sein.
Wenn ich den Künstler Thomas Weber beschreiben sollte, dann würde ich ihm das Attribut allergrößter Wahrhaftigkeit zuschreiben. Diese Wahrhaftigkeit ist die Kraft, die in seinen Werken spürbar wird. Etwas Geschöntes, Bequemes oder Elegantes wird man in seinen Arbeiten nicht finden können. Dafür etwas zutiefst Menschliches.
Johannes Rave im April 2002







